Die Wasserkrieger (2/2)

WDR 3 Hörspiel - 16.11.2017

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Die Wasserkrieger (2/2)

WDR 3 Hörspiel - 16.11.2017, von Tim Staffel

Wasser als Wirtschaftsgut: Eine Reporterin reist um die Welt und erzählt Geschichten über Menschen, die, freiwillig oder nicht, in den harten Kampf ums blaue Gold verwickelt werden.

Warnschild: Wasserknappheit, picture alliance / dpa / Patrick Pleul

Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

"Wasser ist ein soziales Gut, aber wir müssen den Blick auf das ökonomische Potenzial dieses Gutes richten." Nach diesem Motto richtet der Wassermanager Ken Feldhoff als CEO von Dell’Aqua die Aktivitäten seines Konzerns überall auf der Welt aus. Die Journalistin Mia Schelling begleitet ihn ein Jahr lang auf seinen Reisen und erfährt so die erstaunlichsten Geschichten über Menschen und Wasser.

In Athen zum Beispiel begegnet sie einer Familie, deren kleine Tochter vom Jugendamt in Obhut genommen wird, weil es Zuhause kein fließendes Wasser mehr gibt. Die Troika, beraten von Keld Feldhoff, hat Griechenland verpflichtet, die Wasserversorgung zu privatisieren, die Preise sind um 300 Prozent gestiegen. Im Rheinland kämpft Holger Schmidt um seine Schweinefarm, die seit einem Düngemittelskandal Angriffen von Öko-Aktivisten ausgesetzt ist. In Detroit versucht sich der obdachlose Alan als Sanitärtechniker in einem Squatter-Camp, um den von der UNO als Menschenrecht deklarierten Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Anlagen sicherzustellen. In der Türkei kämpft ein Kurde verzweifelt gegen die Überflutung ganzer Dörfer zu Gunsten eines Staudammprojekts am Tigirs. Und immer wieder landet Mia Schelling in der westfälischen Kleinstadt Libba, wo Ken Feldhoff für Dell’Aqua Land aufgekauft hat, um so an die Wasserreservoire heranzukommen, die er für sein Geschäft mit Flaschenwasser benötigt. Doch er hat nicht mit dem Widerstand der Bürger Libbas gerechnet.
Im Streit ums Wasser gibt es fortan für keine der Parteien ein Tabu und auch Mia Schelling, die darüber berichtet, gerät mehr und mehr zwischen die Fronten.

Mit Henrike von Kuick, Michael Rotschopf, Anna Schudt, Johanna Gastdorf, Ronald Kukulies, Meriam Abbas, Robert Alexander Baer u.v.a.

In "Die Wasserkrieger" mischen sich Fiktion und Realität. "Das Material ist nah an der Wirklichkeit", sagt Autor und Regisseur Tim Staffel. Die Verbindungen zur Realität seien so eng, dass sie bei der Produktion "teilweise selbst erschrocken waren, wie viel davon wahr ist". Fast alle Geschichten seien der Wirklichkeit entlehnt, Menschen, Situationen. Er habe dennoch die Umsetzung als Hörspiel gewählt, weil er so das "Rädchen weiter drehen" konnte, ins Fiktionale überspitzen. "Es ist der Kampf um eine Ressource, die endlich ist."

Um das vom WDR in Kooperation mit dem Deutschlandradio entstandene Hörspiel möglichst realistisch wirken zu lassen, hat Staffel mit den Darstellern viele Szenen an echten Schauplätzen aufgenommen und die Schauspieler improvisieren lassen: im Schweinemastbetrieb, in der Wasserabfüllanlage, auf der Staumauer. Die Schauspieler agierten so ganz anders als im Studio, so Staffel.

Lokale Lösungen anvisieren

Den Zugang zu sauberem Wasser hat die UN 2010 zum Menschenrecht erklärt. "Wie kann Menschenrecht mit einem Tarifsystem verbunden werden?" Die Frage stellt Tim Staffel im Gespräch mit WDR 5. Seiner Meinung nach sollte auf lokaler Ebene nach Lösungen gesucht werden, die je nach Region und Wasservorkommen anders aussähen.

Das Hörspiel: Erstaunliches über Menschen und Wasser

Im Hörspiel "Die Wasserkrieger" reist eine Reporterin um die Welt und erzählt Geschichten über Menschen, die, freiwillig oder nicht, in den harten Kampf ums blaue Gold verwickelt werden. "Wasser ist ein soziales Gut, aber wir müssen den Blick auf das ökonomische Potenzial dieses Gutes richten." So lautet das Motto des Wassermanagers Ken Feldhoff, CEO von Dell’Aqua, ein Konzern, der überall auf der Welt agiert. Die Journalistin Mia Schelling begleitet Feldhoff ein Jahr lang auf seinen Reisen und erfährt so die erstaunlichsten Geschichten über Menschen und Wasser. In Athen zum Beispiel begegnet sie einer Familie, deren kleine Tochter vom Jugendamt in Obhut genommen wird, weil es zuhause kein fließendes Wasser mehr gibt. Im Rheinland kämpft Holger Schmidt um seine Schweinefarm, die seit einem Düngemittelskandal Angriffen von Öko-Aktivisten ausgesetzt ist.

Und immer wieder landet Mia Schelling in der westfälischen Kleinstadt Libba, wo Ken Feldhoff für Dell’Aqua Land aufgekauft hat, um so an die Wasserreservoire heranzukommen, die er für sein Geschäft mit Flaschenwasser benötigt. Doch er hat nicht mit dem Widerstand der Bürger Libbas gerechnet. Im Streit ums Wasser gibt es fortan für keine der Parteien ein Tabu und auch Mia Schelling, die darüber berichtet, gerät mehr und mehr zwischen die Fronten.

Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf
Redaktion: Jessica Eisermann
Technische Realisation: Benno Müller vom Hofe und Steffen Jahn
Regie: Tim Staffel
Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks in Kooperation mit dem Deutschlandradio 2017

Ausstrahlung: 15. November 2017 Teil 1 // 16. November 2017 Teil 2
Von Tim Staffel
Regie: Tim Staffel
Technische Realisation: Benno Müller vom Hofe und Steffen Jahn
Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks in Kooperation mit dem Deutschlandradio 2017
Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf